iPAL internal Newsletter 2021-02

Digitalisierung der Europalette ist kein Sprint, sondern ein Marathon - Inkjet-Druck als Kompromiss aus Machbarkeit, Kosten und Nutzen?

Das Ziel des EPAL Enterprise Lab ist es, die EPAL Europalette in das digitale Zeitalter zu bringen. Den Ladungsträger als physisches Bindeglied der gesamten Supply Chain zu verwenden ist nicht neu, der Einsatz als digitales Objekt jedoch schon. Um dieses Ziel zu erreichen wurden in den vergangen drei Jahren Versuche mit unterschiedlichen Technologien, Trackern, Sensoren und Co. im iPAL Projektteam und von Partnern durchgeführt.


Eines der zentralen Ergebnisse lautete, dass der Mehrwert von einem Tracker in jeder EPAL Europalette - die im offenen Pool getauscht wird - nicht die Kosten für den Einbau und den Betrieb dieser Technologie rechtfertigt. Außerdem waren die Netze für diesen Anwendungsfall noch nicht europaweit verfügbar. Es gibt nur wenige Unternehmen, die aufgrund des Warenwertes ihrer Produkte oder ihrer aufwendigen Anforderungen z.B. an die temperaturgeführte Logistik einen Mehrwert durch einen Tracker in jeder Europalette haben.


Der Wunsch nach digitalen Services, Transparenz und Rückverfolgbarkeit ist aber über alle Branchen groß. Um diesen Wünschen nachzukommen und in ferner Zukunft auch einen „Tracker as a Service“ als EPAL anbieten zu können, wird eine eindeutige Paletten-Identifikationsnummer (ID) auf der EPAL Europalette benötigt. Die Vielfalt von getackerten und geklebten Labeln, die meistens für unternehmensinterne Zwecke genutzt werden, bestätigen die Anbringung einer eindeutigen und standardisierte Paletten-ID. Die genannten Papierlabel führen heutzutage leider eher zu großen Problemen im offenen Tauschpool als zur gewünschten Transparenz in der Supply Chain. Die eindeutige Paletten-ID ermöglicht nicht nur den Einsatz als digitaler Ladungsträger. Denn es hilft auch der EPAL z.B. Fälschungen im Markt zu bekämpfen und die Qualität des Tauschpools zu verbessern.


Nach der erfolgreichen Genehmigung EPAL Europaletten mit Inkjet-Druck zu produzieren, verfolgt das iPAL Projektteam seit gut 1,5 Jahren die Serialisierung der EPAL Europalette mit dieser Technologie. In den letzten Wochen ist allerdings klar geworden, dass dieses Vorhaben nicht von heute auf morgen fertig sein kann. Zwar kommt am Ende einer Produktion eine nach Norm gefertigte Europalette raus, aber jede EPAL Produktionslinie hat seinen individuellen Charakter und Fertigungsprozess.

Fehldruck (1)

Auch die Bauform und Prozessgestaltung ist unterschiedlich, da in vielen Fällen auch andere Ladungsträger aus Holz auf der Maschine produziert werden. Der Druck eines haltbaren, lesbaren QR Codes ist alles andere als leicht. Es sind zurzeit noch weitere Schritte in den Pilotbetrieben notwendig, um ein betriebssicheres System zu schaffen. Denn am Ende muss sichergestellt werden, dass keine "nicht lesbaren" oder schlecht gedruckten Paletten in den Markt gelangen.


Für die Anwender soll der QR Code so lange wie möglich haltbar und lesbar sein. Wie in den letzten Monaten immer wieder erwähnt, ist hier auch der Umgang der Anwender - insbesondere der Staplerfahrer - mit den iPAL Paletten entscheidend.


Ein weiterer Feldtest in den nächsten Wochen soll zusätzliche Erkenntnisse zur logistischen Haltbarkeit des QR Codes liefern und weitere Handlungsempfehlungen für die EPAL aufzeigen. Die Langlebigkeit des QR Codes ist auch abhängig von den Lagerungsbedingungen und der Auswahl der Tinte. Eine marktübliche Indoor-Lagerung sowie eine werterhaltende Outdoor-Lagerung der Paletten unter einem Dach gewährleistet eine lange Haltbarkeit des QR Codes. Dieser Umgang kommt auch der Qualität der Paletten im offenen Pool sehr zugute. Bei ungeschützter Lagerung hingegen, d.h. dem täglichen, wechselnden Einfluss von Witterungsbelastungen (Sonne, Regen, Schnee), reduziert sich die Lesbarkeit bei einigen Tinten und Klotz Kombinationen auf weniger als ein Jahr. Andere Kombinationen halten auch diesen Belastungen weitestgehend stand.


Zusammenfassend kommen wir mit kleinen Schritten dem Ziel der serialisierten EPAL Europalette näher. Dabei müssen wir aber auch Kompromisse eingehen. Die Herausforderungen, denen wir uns tagtäglich stellen, basieren auf dem Ziel eine serialisierte EPAL Europalette mit den vorhandenen Systemen und Vorgaben zu produzieren. Damit gemeint sind Produktionslinien und -prozesse, Mensch und Maschine, Technologie, Kosten, Effizienz und technische und rechtliche Regularien. Wir entwickeln also in Summe ein Produkt auf Basis von Kompromissen.


Doch wie würde das ideale Produkt serialisierte EPAL Europalette aussehen, wenn wir keine Vorgaben aus der Produktion, der Reparatur, aus Regelwerken, aus Materialien oder einfach nur den Interessen verschiedener Anwender hätten? Die 100 % Lösung, d.h. um allen Anforderungen und Wünschen gerecht zu werden, kann und wird es nicht geben. Allerdings stellen wir uns als iPAL Projektteam schon die Frage, wie viel Abweichung unsere jetzigen Entwicklungen mit dem Inkjet-Druck von QR-Codes vom gewünschten Ideal-Produkt haben und welche Kompromisse wir im Hinblick auf Machbarkeit, Kosten und Nutzen noch eingehen müssen.


Wenn auch Sie Ideen, Kundenwünsche oder einfach nur ein Interesse haben am Projekt mitzuwirken, sprechen Sie uns doch bitte an.


Bitte behandeln Sie diese internen Informationen vertraulich und geben Sie diese nicht an Personen außerhalb der EPAL weiter.


© Michael Brandt - EPAL


[English]


Digitalisation of the Euro pallet is not a sprint but a marathon - Inkjet printing as a compromise between feasibility, costs, and benefits?

The aim of the EPAL Enterprise Lab is to transform the EPAL Euro pallet into the digital world. Using the load carrier as a physical connection in the entire supply chain is not new but using it as a digital object will be. To achieve this objective, tests with different technologies, trackers, sensors, and the like have been carried out in the iPAL project team and by partners over the past three years.


One of the key findings was that the added value of one tracker in each EPAL Euro pallet - which is exchanged in the open pool - does not justify the cost of implementing and operating this technology. Furthermore, the communication networks for this use case were not yet available across Europe. There are only a few companies that, due to the value of their products or their complex requirements, e.g., for temperature-controlled logistics, have an added value from a tracker in each Euro pallet.


However, the desire for digital services, transparency and traceability is great across all sectors. To meet these demands and to be able to offer a "Tracker as a Service" as EPAL in the future, a unique pallet identification number (ID) is required on the EPAL Euro pallet. The variety of stapled and glued labels, which are mostly used for internal business applications, confirm the importance of affixing a unique and standardised pallet ID. Unfortunately, the above-mentioned paper labels nowadays lead to huge problems in the open exchange pool rather than to the desired transparency in the supply chain. The unique pallet ID not only enables the use as a digital load carrier but also enables EPAL to prevent counterfeiting in the market and to improve the quality of the exchange pallet pool.

Printing Error (2)

After the successful approval to produce EPAL Euro pallets with inkjet printing, the iPAL project team has been pursuing the serialisation of the EPAL Euro pallet with this technology for approximately 1.5 years. In the last few weeks, however, it has become clear that this project cannot be completed overnight. Although at the end of a production process a standardised EPAL Euro pallet is produced, each EPAL production line has its own individual character and manufacturing process. The layout and process configuration are also different, as in many cases other wooden load carriers are also produced on the machine. Printing a durable, readable QR code is anything but easy. Further steps are required in the pilot production lines to ensure a reliable system. In the end, it must be guaranteed that no "unreadable" or insufficiently printed pallets are released to the market.


In the market, the QR code should be durable and readable for a long time. As often mentioned in the last months, the handling of the iPAL pallets by the customers and especially by the forklift drivers is crucial. Another test in the next few weeks will provide additional insights regarding the logistical durability of the QR Code and will highlight further recommendations for EPAL. The durability of the QR code also depends on the storage conditions and the choice of ink. Normal indoor storage as well as value-preserving outdoor storage of the pallets under a roof ensures a long shelf life of the QR Code. This handling also greatly benefits the quality of the pallets in the open pool. However, when stored unprotected, i.e., under the daily, changing influence of climatic stresses (sun, rain, snow), the readability of some inks and block combinations is reduced to less than one year. Other combinations also withstand these stresses to a large extent.


In summary, we are taking small steps towards the aim of the serialised EPAL Euro pallet. However, we also must make compromises in the process. The challenges we face every day are based on the objective of producing a serialised EPAL Euro pallet with the existing systems and specifications. This means production lines and processes, people and machines, technology, costs, efficiency, and technical and legal regulations. In other words, we develop a product based on compromises.


But what would the ideal product serialised EPAL Euro pallet look like if we had no constraints from production, repair, regulations, materials or simply the interests of different users? A 100% solution, i.e., one that meets all requirements and wishes, cannot and will not exist. However, as the iPAL project team, we are already asking ourselves how much deviation there is between our developments with inkjet printing of QR codes and the desired ideal product and what compromises we still must make regarding feasibility, costs, and benefits.


If you also have ideas, customer requests or simply have an interest in participating in the project, please do not hesitate to contact us.


Please keep this internal information confidential and do not pass this information to anyone else outside of EPAL.


© Michael Brandt - EPAL



Fehldruck - No Read - Qualitätsprüfung in der Produktion - quality inspection in production (02/2021)

4 Seiten Druck erfolgreich - 4 sided printing successful (02/2021)

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